Sozialkompetenztraining

Sozial kompetentes Verhalten bezieht sich auf ein Set von Verhaltensweisen, das für alle Beteiligten als vorteilhaft beschrieben werden kann. Kompetentes Verhalten resultiert aus dem Zusammenspiel von kognitiven Fähigkeiten und sozialen Fertigkeiten. Kognitive Fähigkeiten wie beispielsweise eine differenzierte Wahrnehmung, die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel und das Antizipieren von Konsequenzen bilden die Voraussetzung für kompetentes Verhalten. (Petermann, 1997)

 

Partnerbezogene Kompetenzen

 

Auch wenn die hier beschriebenen Fähigkeiten nicht direkt zu beobachten sind, steuern sie doch das Interaktionsverhalten in entscheidender Weise. Das Äußern von Gefühlen oder die Fähigkeit zur Selbstbehauptung gelten als allgemeine (und in diesem Sinne grundlegende) kommunikative Fertigkeiten. Sozial kompetentes Verhalten umfaßt jedoch mehr: nicht nur selbstbezogene, sondern auch partnerbezogene Fertigkeiten wie Hilfsbereitschaft, Kooperations- und Einfühlungsvermögen ergänzen die Gruppe sozialer Kernkompetenzen. Soziale Kompetenz trägt dazu bei, dass eine Person von anderen akzeptiert wird. Sie bildet die Voraussetzung für eine angemessene Selbstsicherheit im Umgang mit anderen und ist somit ein wichtiger Meilenstein der sozialen Entwicklung.

 

Die Wirksamkeit eigenen Handelns

 

Erlebte eigene Wirksamkeit ist eine wesentliche Voraussetzung für kompetentes, zielorientiertes Verhalten. Dagegen sind Aggression, Hyperaktivität und soziale Angst folgenschwere Verhaltenseinschränkungen, die die Möglichkeiten zur Ausbildung eines situationsangemessenen, differenzierten Verhaltensrepertoires beeinträchtigen. Das Sozialkompetenztraining setzt daher zunächst auf der Ebene der Selbst- und Fremdwahrnehmung an und zeigt Verhaltensalternativen auf. Im Anschluss folgt ein Training zur Differenzierung sozialer Wahrnehmung, dem Erkennen und Ausdrücken von Gefühlen, einer angemessenen Selbstbehauptung und der Stärkung der Kooperationsfähigkeit und des Einfühlungsvermögens.

 

Trainingsbausteine

 

Die verwendeten Trainingsbausteine stellen eine Mischung aus kognitiven und verhaltensorientierten Verfahren dar. Ergänzt werden diese beiden Grundbausteine durch ein motivierendes soziales Fertigkeitstraining, das Alltagserfahrungen mit einschließt. Auch um den Schülern einen Transfer auf Situationen zuhause erleichtern zu können, gehören eine Elternarbeit ebenso, wie eine Arbeit mit dem Kollegium und nach Möglichkeit die Einrichtung eines unabhängigen "Vertrauensbüros" zu den begleitenden Maßnahmen.

 

Leistungsumfang

 

Ein Sozialkompetenztraining sollte mindestens über drei Monate durchgeführt werden, sinnvoller ist jedoch - besonders hinsichtlich der Einrichtung von Ganztagsschulen - die schuljahresumfassende Einrichtung eines dauerhaften Sozialkompetenztrainings. Prinzipiell sind Maßnahmenpakete jedoch in jedem Umfang denkbar. Von der Einrichtung einer wöchentlichen Einzelstunde bis zum umfassenden "Aktionsplan Sozialkompetenz" mit einer vorbereitenden schulinternen Weiterbildung und Supervision, einer begleitenden Elternarbeit, beginnend mit einer Aktionswoche und anschließenden wöchentlichen Doppelstunden ist ein an die jeweiligen Bedürfnisse angepaßter Umfang von Leistungen möglich.