Geschichte
Der gemeinnützige Verein Quantum Intelligenz e.V. arbeitet systemisch, forschend und beratend im psychosozialen Bereich. Ich möchte Ihnen hier kurz die - junge - Geschichte des Vereins vorstellen und einen Ausblick auf die Zukunft wagen.
Transformative Kommunikation.
Es ist sehr viel leichter, sich miss zu verstehen, als eine gelingende Kommunikation zu initiieren. So prägen beispielsweise die Absichten des Redners („Sender“) und die Erwartungen des Hörenden („Empfänger“) die Kommunikation mehr als der sachliche Inhalt. Wenn ein Radioempfänger nicht auf die richtige Frequenz eingestellt ist, ist der Sender nicht zu verstehen. Ähnliche Abstimmungsprozesse finden in jeder Kommunikation statt – und häufig misslingen sie.
Wie sieht eine Kommunikation aus, die zu einer Verständigung führt? Das war die Fragestellung, unter der der Verein Quantum Intelligenz seine Arbeit aufnahm. Ein alltägliches Phänomen leitet in eine Welt, in der vieles anders scheint, als gewohnt: kennen Sie das Phänomen, dass Hunde schon lange bevor ihre Bezugsperson nach Hause kommt, an der Tür stehen oder auffällig umherlaufen? Untersuchungen zu diesem Thema (Sheldrake) führen zu der Annahme der Existenz von sogenannten „intelligenten Feldern“. Die Quantenphysik bietet Erklärungsmodelle, die diese Annahme stützen könnten. So ist übrigens auch der Name Quantum Intelligenz entstanden.
Medizinisch betrachtet gilt es schon länger nicht mehr nur als Vermutung, dass viele Krankheiten Folgeerscheinungen individueller Stress- oder sogar Trauma-Erfahrungen sind. Zudem ist zu beobachten, dass Konfliktthemen in der Kommunikation sich häufig in der Lebenssituation der Beteiligten wieder finden und sogar zu körperlichen Symptomen führen können (Kane). So entstand der Gedanke einer Art von Kommunikation, die zunächst die konflikthaften Themen sichtbar werden lassen, die sonst meist unterschwellig ablaufen. Zu diesem Zweck sind bereits viele Methoden entwickelt worden. Aber besonders in jüngster Zeit tauchten Methoden wie „Quantum Entrainment (Kinzlow)“ oder „Matrix Energetics“ in Bestseller-Listen auf.
Die Mitglieder des Vereins erprobten 2008 in Kleingruppen diese und ähnliche Verfahren und prüften kritisch die Wirksamkeit. Und tatsächlich ließen sich Veränderungsprozesse auf diesem Wege initiieren. Als ein wesentlicher Punkt des Erfolges stellte sich jedoch die Bereitschaft (oder besser Fähigkeit) des Probanden heraus, die Veränderungsprozesse tatsächlich auch zu leben. Ohne diese Bereitschaft war kaum eine nachhaltige Veränderung erkennbar.
Salutogenese.
Wie können Menschen nachhaltig darin unterstützt werden, ihren Blick auf eine konflikthaft erlebte Situation so zu verändern, dass sich für sie selbst eine Art stabiles Wohlgefühl entwickelt, das als Grundbedingung für Gesundheit angesehen werden kann? 2009 stand im Zeichen von experimentellem Arbeiten. Gestalttherapeutische Verfahren, Methoden aus der Kunsttherapie, Trainings und immer wieder verschiedenste Abbildungsverfahren wie Aufstellungen wurden angewandt. In den regelmäßigen Treffen des Quantumsalons wurde diskutiert und ausprobiert. Die Teilnehmer berichteten, wie es ihnen seit dem letzten Mal ergangen war und was sie selbst verändert hatten.
Als ein wesentliches Merkmal des Quantumsalons entwickelte sich – entlang des Modells freier systemischer Aufstellungen (Jacobsen) – der Gedanke der Selbstverantwortlichkeit. Solange die Probanden sich dem Eindruck hingeben konnten, es würde irgendetwas etwas mit ihnen gemacht, dem sie gewisser Maßen nur beiwohnten, war der Erfolg der Arbeit eher gering. Erst wenn sie selbst die Initiative entwickelten und begannen, sich aus den angebotenen Möglichkeiten die für sie passende herauszusuchen und sie zu erproben, war eine deutlich nachhaltigere Wirksamkeit von Veränderungsschritten zu erkennen. Die somit systemisch, prozessorientierte Ausrichtung der Vereinsarbeit war entstanden und schlug sich 2010 im neuen Untertitel: „Systemische Forschung, Beratung und Therapie“ nieder. Mit DGSF-zertifizierten Ausbildungen zum systemischen Familien- und Sozialtherapeuten und entsprechenden Weiterbildungen stellten Vereinsmitglieder zudem die Qualifikation zur Beratung sicher.
Körperorientierte Prozesspsychologie.
Die individuelle Wirksamkeit der angewendeten Verfahren hatte sich herumgesprochen und es entstanden neben der regelmäßigen Gruppenarbeit auch Anfragen zu therapeutischen Einzel- oder Paarsitzungen. Die Erforschung möglicher Veränderungsmethoden hinsichtlich ihrer Wirksamkeit hatte zu einer Nachfrage von Personen geführt, die sich auf das Wagnis einlassen wollten, mit systemischer Begleitung eigene Lösungskonzepte zu entwickeln und sich selbst darin auszuprobieren (Mindell). Die behutsame systemische und weitgehend lösungsorientierte Begleitung bot besonders Chancen zur Veränderung in Familien- und Ehekonflikten, sowie in ähnlich gelagerten Prozessen, bei denen der Beziehung der Beteiligten eine große Bedeutung zukommt. Dieses zusätzliche Tätigkeitsfeld fand daher mit dem Zweck des Schutzes von Ehe und Familie Mitte 2010 auch Aufnahme in die Satzung des Vereins.
Heute steht neben der Beratung im Rahmen des Schutzes von Ehe und Familie, der Begleitung von Arbeitsgruppen, einem Forschungsprojekt zur Gewaltprävention an Schulen, einem Angebot zum Sozialkompetenztraining und der Ausrichtung von Seminaren, die Entwicklung eines neuen, ausreichend schnell verfügbaren und qualifizierten Zuganges für ratsuchende Klienten zu entsprechenden Angeboten im Mittelpunkt der Arbeit des Vereines. Unsere Klienten schildern, dass auch bei größtem Engagement es vielfach nicht möglich ist, regional erreichbar einen qualifizierten Therapeuten dann zu finden, wenn er gebraucht wird – wenn nämlich der Konflikt erlebt wird. Auskünfte wie: „Ich nehme Sie gerne auf die Warteliste. Sie befinden sich dann auf Position 87. Sie können davon ausgehen, dass Sie in etwa drei bis vier Monaten einen Termin erhalten können.“ sind keine Seltenheit.
Cloud Processing.
Die Einrichtung von entsprechenden Beratungs-Portalen im Internet mag ein Schritt zu einer stärker vernetzten und schneller verfügbaren Beratung sein. Uns erscheint jedoch eine transparente, qualifizierte Beratung, beispielsweise unterstützt durch Medien wie der Videotelefonie, eher den konkreten Wünschen unserer Kunden angepasst. Kostenfreie Anbieter wie „Skype“ ermöglichen Gespräche zu jeder Zeit von jedem Punkt aus, an dem ein Computer mit Internetverbindung erreichbar ist. Dies bietet einerseits die Chance, die Fahrten von Klienten und Vereinsmitgliedern zu Beratungszwecken auf die Ereignisse zu reduzieren, in denen – wie bei einer körperorientierten, prozesspsychologischen Arbeit – die direkte Anwesenheit eines Begleiters heute noch eher sinnvoll erscheint. Andererseits sind Beratungen via Internet (Cloud Processing) hinsichtlich der Wirksamkeit und auch des Risikos bisher schwer einschätzbar. Wir arbeiten daran, Verfahren zur Sicherung ausreichend qualifizierter Angebote zu entwickeln und so die Wirksamkeit der Nutzung dieses Mediums für die Kunden nicht zu einem unkalkulierbaren Risiko werden zu lassen.

